Gute Zeiten, Schlechte Zeiten

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Packende Geschichten aus der Hauptstadt

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Die erste Klappe für die Seifenoper "Gute Zeiten, Schlechte Zeiten" fiel am 16. März 1992 in den Berliner Studios in der Oberlandstraße. Als Vorbild diente die australische Serie "The Restless Years", welche von 1977 bis 1981 produziert wurde. 1990 ging in den Niederlanden eine erste europäische Adaption der Serie mit dem Titel "Goede Tijden, Slechte Tijden" auf Sendung. Heutzutage läuft die Serie dort noch immer auf dem Sender RTL4 – allerdings mit einem bedeutenden Unterschied: In unserem Nachbarland gibt jedes Jahr eine Sommerpause. Aufgrund des anhaltenden Erfolgs in den Niederlanden entschloss sich die Produktionsgesellschaft Grundy UFA, das Serienkonzept auch nach Deutschland zu exportieren. Die Drehbücher wurden vom australischen Original übernommen und falls nötig an deutsche Verhältnisse angepasst. Bereits in der Planungsphase wurde das Vorhaben, eine tägliche Serie in der deutschen Fernsehlandschaft zu etablieren, von Kritikerin belächelt und als Unmöglichkeit dargestellt. Niemand glaubte an den Erfolg des Formats, und zunächst sah es auch schwer danach aus, dass die Serie im Quotenloch verschwinden würde. Magere 1,91 Millionen Zuschauer verfolgten "Gute Zeiten, Schlechte Zeiten" in den ersten Wochen nach der Premiere am 11. Mai 1992. Qualitätsmäßig konnte die Seifenoper in den ersten Monaten auch keinen Preis gewinnen – die Kulissen waren schlecht beleuchtet, die Dialoge klangen hölzern und auswendig gelernt, und die bis dato gänzlich unbekannten Schauspieler konnten nicht überzeugen.

Mit der Zeit machte sich jedoch ein stetiger Aufwärtstrend bemerkbar, und langsam aber sicher schnellten die Zuschauerzahlen in die Höhe. Mit Folge 231 wurden die australischen Drehbücher aufgegeben und die Geschichten fortan von einem deutschen Autorenteam erfunden. Nachdem die 1500. Folge bereits 6,73 Millionen Zuschauer in ihren Bann ziehen konnte, brach die 2500. Folge mit 7,07 Millionen Zuschauern jegliche Rekorde. Heutzutage erreicht "Gute Zeiten, Schlechte Zeiten" im Durchschnitt drei bis vier Millionen Zuschauer am Tag und einen Marktanteil von 20 Prozent in der relevanten Zielgruppe. Um noch effektiver drehen zu können, verließ man im Oktober 1995 die alten Studios in Berlin-Tempelhof und verlagerte die Produktion auf das traditionsreiche Filmgelände in Potsdam-Babelsberg, wo inzwischen auch eine aufwendige Außenkulisse errichtet wurde. Trotz stetiger Veränderungen vor und hinter der Kamera blieben die Fans "Gute Zeiten, Schlechte Zeiten" über die Jahre hinweg treu, und sowohl Serie als auch Darsteller konnten zahlreiche Auszeichungen einheimsen, u.a. die "Goldene Kamera" oder den "Deutschen Fernsehpreis". Zu den erfolgreichsten Ex-Darstellern zählen Saskia Valencia, Jan Sosniok, Alexandra Neldel, Jeanette Biedermann, Rhea Harder, Simone Hanselmann, Yvonne Catterfeld und Nina Bott. Im Jahre 2000 wurde ein Ableger namens "Großstadtträume" entwickelt. Die neue Serie sollte erwachsener wirken und einige ehemalige Charaktere der Originalserie beinhalten. Leider ging das Konzept nicht auf und "Großstadtträume" wurde nach lediglich sieben Folgen eingestellt.

In "Gute Zeiten, Schlechte Zeiten" dreht sich alles um die Erlebnisse einer Gruppe junger Menschen und ihren Freunden und Verwandten. Affären, Intrigen und schwere Schicksalsschläge bestimmen ihr Leben. Seit der ersten Folge ist die Lehrerin Elisabeth Meinhart (Lisa Riecken) eine der zentralen Säulen der Serie. Sie hat für jeden ein offenes Ohr und hilft bei jedem Problem – doch auch ihr Leben war nicht immer einfach. Elisabeth war lange mit A.R. Daniel (Hans Christiani) verheiratet. Daniels und Elisabeths bester Freund ist Clemens Richter (Frank-Thomas Mende), dessen Familie ebenfalls seit der ersten Folge fest im Geschehen verankert ist. Im Mittelpunkt der ersten Jahre stand u.a. die vom Schicksal gebeutelte Elke Opitz (Claudia Weiske), welche nach dem Krebstod ihres Mannes Patrick Graf (Alexander Kiersch) schließlich in Südamerika ihr Glück fand. Clemens’ und Veras (Angela Neumann) Sohn Heiko Richter (Andreas Elsholz) war trotz ständig wechselnder Freundinnen in die intrigante Tina Ullrich-Zimmermann (Sandra Keller) verliebt, doch für Heiko und Tina gab es kein glückliches Ende. Nach zahlreichen Enttäuschungen fand die Designerin Milla Engel (Victoria Sturm) endlich ihre wahre Liebe in Tom Lehmann (Jan Sosniok) – dem Verlobten ihrer besten Freundin Saskia Rother (Saskia Valencia)! Zudem machte der fiese Anwalt Jo Gerner (Wolfgang Bahro) seinen Mitmenschen das Leben mit zahlreichen Intrigen schwer.

Die 1000. Folge im Juni 1996 brachte schließlich den ersten Umschwung in der Geschichte der Seifenoper. Neue Gesichter tauchten auf und brachten neue Geschichten und Schicksale mit sich. Die adelige Prinzessin Flo Spira (Rhea Harder) durchlebte mit ihrem Ehemann Andy Lehmann (Raphael Schneider) eine chaotische Zeit, bis sie nach einer Affäre mit dem Arzt Jan Wittenberg (Rainer Meifert) ihre große Liebe in dem Juwelendieb Martin Wiebe (Norman Kalle) fand. Martins Schwester, die alkoholkranke Barbara Graf (1. Besetzung Fenja Rühl, 2. Besetzung Maren Thurm, 3. Besetzung Mona Klare), wurde in ein teuflisches Spiel mit ihrem Freund Jörg Reuter (Daniel Enzweiler), ihrer Schwester Sonja Wiebe (1. Besetzung Tina Bordihn, 2. Besetzung Tokessa Möller-Martinius) und Jo Gerner verwickelt. Vanessa Moreno (Anne Brendler) erfuhr, dass Jo Gerner ihr leiblicher Vater ist, und Charlie Fierek (Julian Scheunemann) starb in den Armen seiner Freundin Kim Scheele (Alexander Finder), nachdem er im Gerichtssaal niedergeschossen wurde. Der Unfalltod von Andys jüngerer Schwester Chrissie (Kea Könecker) gehört zu einem der dramatischsten Ereignisse der Seriengeschichte, genauso wie die von Inka Berent (Franziska Dilger) inszenierte Geiselnahme, in deren Verlauf Chris Bohlstädt (Jan Hartmann) erschossen wurde.

Kein Tabuthema wurde ausgelassen: Die lesbische Liebe wurde zunächst mit Saskia und Harumi Shimizu (Mey Lan Chao), später mit Barbara und Lara Kelm (Romana Pollack) thematisiert, während Fabian Moreno (Ralf Benson) durch Philip Krüger (Laurent Daniels) seine Gefühle für das eigene Geschlecht entdeckte. Weitere brisante Themen waren u.a. Drogenmissbrauch, Sektenkult, ein mysteriöses Rollenspiel, Verwicklungen mit der Mafia, Spielsucht, Schizophrenie, Kindesentführung, Beziehungen zwischen Lehrern und Schülern oder Alkoholismus. Zahlreiche populäre Liebespaare wie Marie Balzer (Jeanette Biedermann) und Kai Scholl (Tim Sander), Julia Blum (Yvonne Catterfeld) und Nico Weimershaus (Raphael Vogt), Sandra Lemke (Maike von Bremen) und Deniz Ergün (Ismail Sahin) oder Paula Rapf (Josephine Schmidt) und John Bachmann (Felix von Jascheroff) zogen die Zuschauer in ihren Bann. Neben freudigen Ereignissen wie Hochzeiten, Geburten oder Feierlichkeiten gab es auch zahlreiche Tote zu beklagen – zuletzt starb Verena Koch (Susan Sideropoulos) nach einem Autounfall. Bis heute ist "Gute Zeiten, Schlechte Zeiten" die erfolgreichste tägliche Serie im deutschen Fernsehen.

Letzte Aktualisierung: 02.11.2012