Eigenproduktionen von Netflix & Amazon

Hier wird über internationale Serien von A bis Z diskutiert.
Benutzeravatar
Webmaster
Administrator
Administrator
Reaktionen:
Beiträge: 2148
Registriert: Mi 5. Nov 2008, 20:37

Re: Eigenproduktionen von Netflix & Amazon

Beitrag von Webmaster »

Hat noch jemand "Bridgerton", die hochgelobte Serie von Shonda Rhimes ("Grey's Anatomy", "Scandal", "How to Get Away with Murder" etc.), auf Netflix gesehen?

Ich habe vorhin die 1. Staffel beendet. Ja, die Serie hat eine schöne Optik, aber die internationale Lobhudelei kann ich nicht ganz nachvollziehen. Die Story an sich ist sehr dünn, über die meisten Charaktere dieses riesigen Casts hat man bisher überhaupt nichts erfahren, und mir fehlten richtig emotionale Momente. Die Hauptperson Daphne fand ich besonders farblos. Meine Favoriten waren Anthony, Eloise, Penelope und Lady Danbury.

In der 2. Staffel soll dann wohl Anthony die Hauptfigur sein.
Benutzeravatar
Webmaster
Administrator
Administrator
Reaktionen:
Beiträge: 2148
Registriert: Mi 5. Nov 2008, 20:37

Re: Eigenproduktionen von Netflix & Amazon

Beitrag von Webmaster »

Habe die letzte Woche das Amazon Original "Wir Kinder vom Bahnhof Zoo" geschaut. Die 8-teilige Miniserie ist eine Neuauflage (oder auch Neuinterpretation) des Klassikers "Wir Kinder vom Bahnhof Zoo" von 1978 bzw. des Films von 1981.
Christiane F. und ihre Clique Benno, Axel, Stella, Babsi und Michi, die alle aus kaputten Familien kommen, rutschen in West Berlin ins Drogenmilieu ab und finden sich in einem Strudel aus Sucht, Kriminalität, Straßenstrich und Verrat wieder.

Die Serie hat ja gemischte Kritken erhalten. Ich fand es eigentlich ganz unterhaltsam – die Serie hatte einige starke Szenen und auch die schauspielerischen Leistungen waren durchweg gut. Da man allerdings versucht hat, in die 8 Folgen so viel Handlung reinzubekommen, hat man das Gefühl, dass die Zeit zu schnell vergeht und viele Dinge nur oberflächlich behandelt werden. Die Serie wirkt auch ein bisschen zeitlos, soll heißen, man fühlt sich nicht in die 80er transportiert, sondern das Ganze könnte auch heute spielen (natürlich ohne die technischen Entwicklungen).

Einige kryptische Momente,
SpoilerAnzeigen
z. B. Babsis Tod am Ende von Folge 7 habe ich nicht so recht verstanden. Man sieht, dass sie sich auf der Bahnhofstoilette etwas spritzt, dann steht sie am Strich und steigt in ein Auto mit 3 Typen. In der nächsten Szene sitzt sie verprügelt und blutverschmiert in einer einsamen Hütte. Ihr verstorbener Vater, mit dem sie vorher immer Gespräche geführt hat, sitzt vor der Hütte. Babsi wird dann von ihrem Schwarm, dem DJ aus dem "Sound", abgeholt. Der versorgt ihre Wunden in einer prachtvollen Villa, die allerdings auf der Spitze von einem Berg steht. Zu dem Zeitpunkt muss Babsi also schon tot gewesen sein, denn die Szene war äußerst surreal. In der nächsten Folge wird Babsis Tod nur ganz kurz durch einen Zeitungsartikel angerissen.
Benutzeravatar
Webmaster
Administrator
Administrator
Reaktionen:
Beiträge: 2148
Registriert: Mi 5. Nov 2008, 20:37

Re: Eigenproduktionen von Netflix & Amazon

Beitrag von Webmaster »

Zur Abwechslung mal eine Serie, die ich nicht empfehlen kann: "Tiny Pretty Things" (deutscher Titel: "Dein letztes Solo") auf Netflix.

Worum geht es? An der renommierten Archer School of Ballet in Chicago lässt sich eine Gruppe Jugendlicher zu den besten Ballettänzern des Landes ausbilden. Gleich zu Beginn der Serie fällt die Startänzerin Cassie Shaw während einer Party vom Dach – irgendjemand hat sie heruntergestoßen. Während Cassie ins Koma fällt, erhält die afroamerikanische Neveah ihren Platz an der Schule. Sie ist eigentlich die Hauptperson der Serie, aber im Grunde ist sie furchtbar langweilig und nervig. Die anderen Schüler sind die zickige Bette, die ewige Verlierin June Park, der französische Muslim Nabil, Bettes Freund Oren, der schwule Shane, und der arrogante Caleb. Madame Dubois ist die Leiterin der Schule, und Ramon Costa ist der Star-Choreograph, der an der Schule sein neues Ballet "Ripper" inszeniert. Bettes Schwester Delia, ebenfalls Tänzerin, ist mit Ramon liiert. Die Polizistin Cruz untersucht den Mord (und verdächtigt der Reihe nach jeden, was auch sonst). So weit das Setup.

Wer wen hasst oder gerade mit wem schläft, ist eigentlich egal, denn das ändert sich mehrmals pro Folge. Dazu gibt es dümmliche Dialoge, viel Getanze und auch viel Sex. Die Schauspieler sind bis auf wenige Ausnahmen miserabel, und außer Bette und June gibt es niemanden, der meine Sympathien gewinnen konnte. Da ich aber wissen wollte, wer nun Cassie vom Dach gestoßen hat, habe ich mir alle 10 Folgen angesehen.
SpoilerAnzeigen
Tollerweise endet die Staffel wieder mit einem Mord und geschockten Gesichtern. Wie spannend! :evilkiss:
henney
Stammuser
Stammuser
Reaktionen:
Beiträge: 817
Registriert: Di 20. Mär 2012, 20:46

Re: Eigenproduktionen von Netflix & Amazon

Beitrag von henney »

Hat jemand von euch "Sex Education" auf Netflix gesehen?
Bisher gibt es 2 Staffeln und im September kommt Staffel 3.
Eine total witzige Jugend-Dramedy Serie, die an einer britischen Highscool spielt.

In der Serie geht es um jegliche Art von Sexualität, Sexleben aber auch ernste Themen wie Abtreibung, sexueller Missbrauch usw.

Hört sich anfangs etwas Stumpf an, ist aber total kurzweilig und tiefgründiger als es zu Beginn aussieht :)
Benutzeravatar
Webmaster
Administrator
Administrator
Reaktionen:
Beiträge: 2148
Registriert: Mi 5. Nov 2008, 20:37

Re: Eigenproduktionen von Netflix & Amazon

Beitrag von Webmaster »

Ja, "Sex Education" ist toll. Habe ich vor zwei Jahren schon geschrieben: viewtopic.php?p=241700#p241700 ;)

Wobei ich mich an die 2. Staffel kaum noch erinnere :joy: Ich weiß nur noch, dass ich Ola gehasst habe – ich hoffe, die ist in Staffel 3 nicht mehr dabei oder zumindest nicht mehr so prominent.
Benutzeravatar
CaptainCasey
Stammuser
Stammuser
Reaktionen:
Beiträge: 849
Registriert: Fr 21. Okt 2011, 18:35

Re: Eigenproduktionen von Netflix & Amazon

Beitrag von CaptainCasey »

Ich finde Sex Education total lustig. Die 2. Staffel fand ich etwas lahm, aber die 3. Staffel finde ich bisher richtig gut. Die Folgen gehen mittlerweile teilweise 1 Stunde, was ich für eine Serie bisschen zu viel finde.
henney
Stammuser
Stammuser
Reaktionen:
Beiträge: 817
Registriert: Di 20. Mär 2012, 20:46

Re: Eigenproduktionen von Netflix & Amazon

Beitrag von henney »

CaptainCasey hat geschrieben: Sa 18. Sep 2021, 14:28 Ich finde Sex Education total lustig. Die 2. Staffel fand ich etwas lahm, aber die 3. Staffel finde ich bisher richtig gut. Die Folgen gehen mittlerweile teilweise 1 Stunde, was ich für eine Serie bisschen zu viel finde.
Bin aus Zeitgründen leider nur dazu gekommen die erste Folge der neuen Staffel zu schauen... Fand sie aber sehr vielversprechend :biggrin:
Ich habe mir extra keine Trailer angesehen aber
SpoilerAnzeigen
die neue Rektorin gefällt mir gut! Ein richtiger Wolf im Schafspelz und total interessanter Charakter. Ansonsten finde ich, dass man schon einen gewissen Wandel merkt. Der Anfang war gewohnt "versext" und auch das mit der Ziege und dem Nackten war typisch Sex Education :joy:
Finde aber auch, dass man der Serie anmerkr, dass sie "erwachsen" wird :)
Benutzeravatar
subversiv
Zaungast
Zaungast
Reaktionen:
Beiträge: 46
Registriert: Di 28. Sep 2021, 18:39

Re: Eigenproduktionen von Netflix & Amazon

Beitrag von subversiv »

War von der neuen Season von Sex Education eher enttäuscht.
SpoilerAnzeigen
- Die neue Rektorin fand ich leider weder spannend noch sonderlich gut besetzt. Als Bösewicht war sie mir zu zahnlos, als Charakter mit einem verzweifelten Kinderwunsch wiederum zu flach und wenig entwickelt.

- Adam/Eric gefielen mir anfänglich sehr gut. Dass man die beiden als Paar gegen die Wand gefahren hat, könnte ich grundsätzlich schlucken, aber für meinen Geschmack kam Eric hier menschlich leider eher schlecht bei weg. Okay, er will experimentieren, nur wäre es schön gewesen, wenn er seinen ONS als Fehler Adam gegenüber wenigstens eine Sekunde lang bereut hätte.

- Maeve/Otis werde ich niemals mögen. Ruby/Otis mochte ich dagegen umso mehr. Klar, dass die beiden nicht lange zusammen sein würden, aber warum hat Ruby verdammt nochmal keine größere Rolle innerhalb der weiteren Staffel spielen dürfen? Wir haben sie doch gerade erst ein wenig besser kennengelernt. Da wäre so viel mehr drin gewesen.

- Cal/Jackson war für mein Empfinden verschwendete Sendezeit. Als Nonbinary-Repräsentation war Cal einfach furchtbar schwach umgesetzt, da they als Figur lediglich auf their Queersein und Drogenkonsum reduziert wurden. Auch war die Chemie zwischen den beiden Charakteren so gut wie gar nicht vorhanden.

- Die Jean/Jakob-Beziehung war in meinen Augen über die ganze Season hinweg lediglich dysfunktional as fuck. Und wenn Jean ihn jetzt tatsächlich unter Vortäuschung falscher Tatsachen (= Joys Vaterschaft) in eine Beziehung gelockt haben sollte, dann: YIKES!

- Die Groffs waren die klaren Glanzlichter dieser Season. Auch sehr schön: Jason Isaacs in seiner Gastrolle als unsympathischer Bruder.

- Von diesen Charakteren hätte ich grundsätzlich gerne mehr gesehen: Ola, Viv, Aimee, Rahim.
Hinzugefügt nach 1 Stunde 57 Minuten 20 Sekunden:
Jetzt, da Squid Game gerade solch einen internationalen Erfolg zu feiern scheint, würde mich interessieren, wer es noch gesehen hat.

Meine Meinung ohne größere Spoiler:

Ich kann ehrlich gesagt nicht nachvollziehen, warum ausgerechnet dies die südkoreanische/asiatische Produktion ist, die den Leuten die Schuhe auszieht. Zwar finde ich die Serie (so weit ich sie geguckt habe) nicht mies, aber der menschliche Aspekt fehlt für mich hier leider völlig. Das ist allerdings gerade das, was guten Horror für mich ausmacht: Die Ergründung von Menschlichkeit in Extremsituationen. Dadurch, dass mir keiner der Charaktere sonderlich ans Herz wächst, ist es mir jedoch herzlich egal, ob sie nun ins Gras beißen oder nicht.

Vergleichbare Titel:

- Alice in Borderland: Keine große Psychologie, aber wenigstens sind die Spiele abgefahren und bösartig, sodass man als Zuschauer einfach automatisch mitfiebert. Auch, wenn man sich nicht darum kümmert, wer lebt/stirbt, gibt es das ein oder andere interessante, offene Serien-Mystery.

- Sweet Home: Diese Serie war einer meiner Netflix-Favoriten des letzten Jahres, dementsprechend positiv ist auch meine Meinung. Die Prämisse der Serie ist zwar vollkommen unterschiedlich, aber sie ist ebenfalls gewalttätig und blutrünstig. Was ich der Show auch zugute halte, sind die Beziehungen der Charaktere untereinander. Hier gab es etliche Serientode, die mir echt ans Herz gingen.


Und noch eine andere Horror-Show: Midnight Mass, von dem Creator von The Haunting of Hill House/Bly Manor.

Hill House ist für mein Empfinden sein mit Abstand bestes Werk. Eleganter Grusel, schwierige Familienbeziehungen und etliche Charaktere, die auf ihre ganz eigene Art und Weise "gebrochen" sind/wurden. Bly Manor hatte einen starken Anfang, wurde dann aber leider immer flacher bis hin zu einem unbefriedigenden Ende.

Midnight Mass ist... Nun ja, enttäuschend. Niemals zuvor ist mir aufgefallen, wie schlecht, richtungslos und fake-deep einige von Flanagans Monologen sind. Es gibt Schauspieler, die können sie verkaufen (Linklater) und dann eben auch welche, denen das deutlich weniger erfolgreich gelingt (Gilford, Siegel). Daran krankt dann auch deutlich die Atmosphäre, die hier sowieso für eine Flanagan-Serie erschreckend wenig stimmig ist. Wenn der Horror mir manchmal schon fast subtil war, dann konnte ich zumindest wenigstens darauf bauen, dass die Atmosphäre mich in ihren Bann zog. Tja, Fehlanzeige, in diesem Fall.

Und erst recht das Thema Religion bzw. religiöser Fanatismus, das die Serie durchfließt, wie Zement. Absolut ätzend. Ich wollte Grusel, keine Predigt! 😐
Benutzeravatar
DWA999
Zaungast
Zaungast
Reaktionen:
Beiträge: 27
Registriert: Di 27. Jul 2021, 12:40

Re: Eigenproduktionen von Netflix & Amazon

Beitrag von DWA999 »

Was habe ich mich auf die neue Staffel Sex Education gefreut

Und die ersten Folgen waren auch super, wie gewohnt. Aber irgendwie hat mich die Staffel hintenraus dann ein bisschen verloren.
SpoilerAnzeigen
- Otis' will-aber-kann-nicht Bärtchen in der ersten Folge war direkt mal ein Highlight. :joy:
- Eric/Adam wurde so gut erzählt bis...ja, bis Eric (!) fremdknutschen "durfte". Für mich war Eric aber nie jemand, der so etwas machen würde, egal, wie schwierig die Beziehung gerade ist. Aber gut, dann gehe ich für die nächste Season einfach von Adam/Rahim aus. Und Eric würde mir dann nicht einmal leid tun wenn ich ehrlich bin.
- Ich hoffe doch, dass sie Maeve zurückholen. Wäre ewig schade um sie. :love:
- Die Umbridge - Rektorin, obwohl die Story interessant, aber hat mich stellenweise ziemlich angenervt, umso befriedigender war dann die Auflösung dieser Story.
- Ola/Lily ist mir leider viel zu platt und viel zu kurz gekommen, da hätte ich mir mehr und vor allem intensiver gewünscht.
Hoffentlich kann eine viertel Staffel das Ruder wieder rumreißen.
Antworten