Amerikanische Seifenopern

Hier wird über internationale Serien von A bis Z diskutiert.
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Re: Amerikanische Seifenopern

Beitrag von Webmaster »

Einfach nur traurig :( Dann werden die anderen vier auch nicht mehr lange durchhalten.
Tin
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Re: Amerikanische Seifenopern

Beitrag von Tin »

CBS hat seine Dailys doch erst verlänger um ein gutes STück oder ist das schon wieder so lange her?!
Also wenn dann sehe ich eher für GH bei ABC das Problem als für die anderen verbliebenen Dailys.
Aber ist schon heftig! Besonders wenn man bedenkt wie lange die da schon laufen!
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Re: Amerikanische Seifenopern

Beitrag von Webmaster »

B&B ist bis 2013 verlängert, Y&R bis 2014.

Einschaltquoten der letzten Woche in Millionen:
1. Y&R 4.742.000
2. B&B 2.909.000
3. GH 2.720.000
4. OLTL 2.574.000
5. AMC 2.383.000
6. DAYS 2.228.000
Corazonado
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Re: Amerikanische Seifenopern

Beitrag von Corazonado »

Ich hab mit einer Einstellung gerechnet, aber nicht mit beiden. Da haben die Studioumzüge der beiden Soaps nichts gebracht. Gerade bei AMC ist es bitter, da dort die Produktion von der Ost- an die Westküste verlegt wurde, um Kosten zu senken.
Immer wieder traurig, wenn ein Stück amerikanische Fernsehgeschichte endet. Das Format könnte nicht besser im Rest der Welt laufen, aber auf Grund der traditionellen Sendezeit täglicher amerikanischer Soaps nimmt die Zahl der Zuschauer immer mehr ab.
Tin
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Re: Amerikanische Seifenopern

Beitrag von Tin »

ein deutscher Serienautor hat folgendes bai FB gepostet: "But I don't understand why they can't just rejuvenate the shows, make them more up-to-date, more modern and more exciting. It's really sad, because they used to have such a big influence on me. i can't believe that we have around 10 Daily Shows and the US will only have 4 left. That's ridiculous."
was ich problematisch finde an seiner Aussage: wir sehen ja bei uns immer wieder wie sehr sich alt eingesessene Fans gegen Veränderungen und Modernisierungen schwer tun.
mackis3d
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Re: Amerikanische Seifenopern

Beitrag von mackis3d »

@Tim:" was ich problematisch finde an seiner Aussage: wir sehen ja bei uns immer wieder wie sehr sich alt eingesessene Fans gegen Veränderungen und Modernisierungen schwer tun. "

Stimmt zwar, aber es stimmt auch, dass die US-Soaps gegenüber den deutschen oder auch britischen Soaps ziemlich altbacken wirken. Wenn in deutschen Soaps eine schwule Liebesgeschichte vorkommt, dann wird das um einiges selbstverständlicher erzählt, in den US-Soaps keusch-zurückgezogen. Geschichten mit Migranten - wo kommen die im Einwandererland USA noch vor? GZSZ und Marienhof hatten und haben populäre Figuren mit Migrantenhintergrund. Das gilt ebenfalls für die englischen Serien. Mussten die in den USA wirklich so viel Rücksicht nehmen, weil sie auf öffentlichen Networks liefen? Da hat sich über Jahrzehnte scheinbar nichts weiter entwickelt, während die Network-Abendserien die Grenzen des Machbaren austesten (wenn auch weniger revolutionär als die Pay-TV-Serien).

Aber am allerschlimmsten finde ich in den US-Soaps die Außenaufnahmen, die immer noch zum größten Teil im Studio gedreht werden. Warum nutzen die von Y&R nicht das fast regenfreie Wetter, wo sie doch in Süd-Kalifornien produzieren. Bei uns geht es doch sogar in Köln das ganze Jahr. Selbst der Winter scheint in Telenovelas wie Sturm der Liebe optisch zu passen. Die deutschen Serien sind außerdem schneller, die Dialoge bei Alles was zählt sind mir manchmal schon fast zu rasant.

Die US-Soaps von heute könnten genau so gut in den 80er gefilmt worden sein, Reich und Schön dreht bis heute noch nicht mal im 16:9-Format, leider sind auch die Stories so offensichtlich recycelt, dass sich wohl kaum neue Zuschauer fanden. Alles ist bieder und wenn es mal realistisch wird, filmt man für zwei Tage bei Obdachlosen und holt sich eine hübsche junge Schwarze in den Cast und eine alte Frau, die Krebs im Endstadium hat steht erlebt eine Wunderheilung wie zuvor schon ihre Tochter (Reich und Schön). Da muss sich doch jeder, der mit Armut oder Krebs schon mal im Leben zu tun hatte, verarscht vorkommen. Wenn schon unrealistisch dann so wie Verbotene Liebe, wo das Ganze wenigstens mit einer Portion Ironie und Distanz völlig anders präsentiert wird.

Bei GZSZ wurde ein Vergewaltigungsdrama (Jasmin) über ein Jahr erzählt, das ist keine neue "Story", aber ich bin da am Anfang reingekommen und habe das wirklich wegen dieser Geschichte verfolgt, obwohl ich mit GZSZ sonst nie viel anfangen konnte. Das war toll gespielt und überzeugend geschrieben.

Trotzdem finde ich es für die US-Zuschauer schade, die den Serien treu blieben, natürlich auch für die Schauspieler. Bei uns ist zwar teilweise bekannt, welche Filmschauspieler früher in Soaps spielten, aber natürlich gibt es auch hunderte von Schauspielern, die von den Soaps am Nachmittag zu den Prime Time Serien kamen. Wo nehmen die Castingagenten die Leute in Zukunft her? Die Bratzen aus den so genannten Reality-TV-Shows mögen ja für die Skandalpresse brauchbares Material sein, aber der Sprungs ins Schauspielfach glückte da bisher keinem.
Corazonado
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Re: Amerikanische Seifenopern

Beitrag von Corazonado »

Er lässt aber völlig außer acht, dass amerikanische Soaps ein völlig anderes Zielpublikum haben als die deutschen. Es ist um einiges älter als das deutsche. Die amerikanischen Soapfans beschweren sich auch regelmäßig, wenn junge unerfahrene Darsteller eingestellt werden, besonders, wenn sie alteingesessene Veteranen ersetzen, die mitunter seit Jahrzehnten eine Rolle spielen.
Modernisieren klingt zwar nett, aber das Zielpublikum ist immer noch das im mittleren Westen, und da drehen sich die Uhren bekanntlich anders als im Rest der USA. Es geht weitaus konservativer zu, und auf dessen Geschmack sind die Soaps (leider) zugeschnitten.
Ein schnelleres Erzähltempo bringt auch keinen gewünschten Erfolg, wie man bei PC sehen konnte. Mit ihren zwölfwöchigen Telenovela-Arcs hatten sie leider keinen Erfolg, auch wenn mir das Format zugesagt hat. Man hält lieber an der Tradition einer langsamen Erzählweise fest, auch wenn dies nicht mehr zeitgemäß ist.
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Re: Amerikanische Seifenopern

Beitrag von Webmaster »

Das hat man ja auch schon bei "Sunset Beach" gesehen, dass eine modernere Angehensweise mit vielen Außendrehs bei den US-Fans nicht ankommt. "Sunset Beach" sprach ja eher ein jüngeres Publikum an und war bei denen auch sehr beliebt, blieb aber in den Ratings trotzdem immer auf Platz 10 von 10 Soaps hängen und war dann auch schnell wieder Geschichte. Bei "Passions" war es ja ähnlich, das war ja schon eher eine Parodie auf die traditionsbewussten Soaps.

Ein anderes großes Problem ist die Finanzierung. Die alteingesessenen Darsteller verdienen im Vergleich zu den australischen und europäischen Soaps einfach zu viel Geld. Feuert man die teuren Darsteller, vergrault man die Fans, behält man sie, kann man sich keine technischen Neuerungen leisten. Deswegen ja die ständigen "budget cuts" bei allen Soaps in den letzten Jahren. Eine Reality- oder Gameshow zu produzieren ist da natürlich viel günstiger.

Schuld sind aber auch oftmals die Autoren, die jahrelang ihre Favoriten "pimpen" und andauernd in den Vordergrund stellen, während andere Hauptrollen vielleicht ein Mal im Monat auftreten oder teilweise sogar gar nicht. Wer will schon in jeder Folge dieselben Gesichter und Storylines sehen?
mackis3d
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Re: Amerikanische Seifenopern

Beitrag von mackis3d »

Corazonado: "Modernisieren klingt zwar nett, aber das Zielpublikum ist immer noch das im mittleren Westen, und da drehen sich die Uhren bekanntlich anders als im Rest der USA. Es geht weitaus konservativer zu, und auf dessen Geschmack sind die Soaps (leider) zugeschnitten.
Ein schnelleres Erzähltempo bringt auch keinen gewünschten Erfolg, wie man bei PC sehen konnte. "

Webmaster: "Das hat man ja auch schon bei "Sunset Beach" gesehen, dass eine modernere Angehensweise mit vielen Außendrehs bei den US-Fans nicht ankommt. "Sunset Beach" sprach ja eher ein jüngeres Publikum an und war bei denen auch sehr beliebt, blieb aber in den Ratings trotzdem immer auf Platz 10 von 10 Soaps hängen und war dann auch schnell wieder Geschichte.
Ein anderes großes Problem ist die Finanzierung. Die alteingesessenen Darsteller verdienen im Vergleich zu den australischen und europäischen Soaps einfach zu viel Geld."

Damit ist die Analyse eigentlich vollständig. Das Fazit für die US-Soaps müsste sein, auf das konservative Publikum im mittleren Westen zu verzichten! Denn Sunset Beach und PC hatten eben die jüngeren Zuschauer. Bloß nicht genug. Und warum? Wegen der Sendezeit: die Networks füllen ihre Programme vor 20 Uhr mit lokalen News und unterirdisch schlechten Lifestyle- und Talkrunden, die es hierzulande höchstens in den Offenen Kanal schaffen würden, das ist billiges Fernsehen, aber keines aus dem sich wiederholbares Fernsehen machen lässt. Die Soaps müssten zwischen 17 und 20 Uhr laufen, so wie bei uns, so wie in anderen europäischen Ländern und in Australien - denn das sind die Sehgewohnheiten junger, kaufkräftiger Zuschauer, die für die Werbung relevant sind: die arbeiten vorher und wollen sich nicht dauern alles aufnehmen (mache ich übrigens selbst nie, die Alternative Internet finde ich einfacher). Aber an der Zeitschiene wird in den USA sicher nicht gerüttelt, das ist für die offenbar so heilig wie bei uns die alberne Abendprogrammierung, die erst um 20 Uhr 15 beginnt, wegen der Tagesschau, die Sendung mit den besonders alten Zuschauern... Nichts gegen alte, ich bin selbst in wenigen Jahren aus der Zielgruppe bis 49 Jahren draußen, aber die US-Soaps, die bei Y&R Unsummen an Altdarsteller ausgeben, haben irgendwie den Schuss noch immer nicht gehört. Da fallen die Quoten ständig weiter, aber die Gagen werden weiter neu verhandelt, angebliche Budgetkürzungen bestehen bei Y&R z.B. daraus, dass einige Veteranen immer noch so viel wie vor fünf Jahren verdienen, dafür aber nur für die Hälfte der Zeit vor der Kamera stehen.

In den deutschen Soaps arbeiten hinter den Kulissen, vor allem wenn eine Serie neu geformt wird, Australier, Amerikaner und Briten, die ihre Erfahrungen einbringen. Die Amis sollten jetzt mal Deutsche holen, die den erklären, dass eine feste Kulisse wie Lindenstraße, GZSZ, UU, SdL enorm Produktionskosten spart. Sicher mehr als der nun überflüssige Umzug von All my Children von New York nach Los Angeles.
Tin
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Beitrag von Tin »

Also laut Wunschliste.de sollen "All My Children" und "One Life to Live" im Internet fortgesetzt werden. ABC hat die Rechte verkauft und angeblich soll wie bisher weiterproduziert werden. Ich bezweifle aber, dass das Unternehmen das selbe Budget zur Verfügung stehen hat. Hier der Link
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